Buteo Buteo

Adrian Osswald • 15. November 2024
Schutztier
„Ich danke dir, du stolzer Mäusebussard, denn du hast mich und mein Kind beschützt. Wie eilig ich es hatte, zu spät dran und mit überhöhter Geschwindigkeit den Weg fahrend, den ich schlafend fahren könnte. Von deinem Zaunpfahl aus hast du dich mir in den Weg geworfen, direkt vor die Windschutzscheibe. Du hast mich gezwungen, mein Tempo auf 40 km/h zu drosseln, bevor du wegzogst, um dich wieder auf deinen Pfosten zu setzen, wo ich dich immer grüße, wenn ich vorbeifahre. Schon wollte ich wieder beschleunigen, da raste einer um die Kurve, auf unserer Spur, zuvor nicht sichtbar und knapp vor uns auf seine Spur wechselnd. Schon war er weit weg, und du schautest uns nach, in meinem Rückspiegel entschwindend. Kurz traf mich der entsetzte Blick des mir entgegenkommenden und vom Schnellfahrer überholten Automobilisten. Dann war da der Alltag wieder, und fast hätte ich es vergessen, dir zu danken. Wie schön, dass ich dich kennen darf, du selbstlos handelndes Geschöpf.“

 
Ich danke dir, Buteo Buteo.
 
Auszug aus: Adrian Osswald „Die Weisse Eule.“ 



von Rolanda Kongar 4. Februar 2026
Es war mir eine große Ehre, als mein langjähriger Freund und Förderer Adrian Osswald mich bat, ein Nachwort für sein Buch „Die Weisse Eule“ zu schreiben. Es geht darin um Menschen, die ich sehr respektiere und liebe. Über viele Jahre hinweg habe ich tuvinische Schamanen begleitet und für sie gedolmetscht. Meine besondere Vorliebe galt dabei Großvater Saryglar, der mich zu seinen Lebzeiten „ältere Tochter“ nannte. Über ihn habe ich auch Adrian Osswald kennengelernt, den Großvater seinen „jüngeren Sohn“ nannte. Als meine Mutter 1996 starb, wollte ich die Trauerfeier für sie gern auf traditionelle Art gestalten. In der Sowjetzeit war das untersagt gewesen, aber nun durften wir wieder unseren alten Traditionen folgen. Das war neu und ungewohnt für mich, und ich war auf der Suche nach Informationen über die alten Rituale. Jemand riet mir, mich an den Leiter der schamanischen Klinik in Tuva zu wenden. Als ich dort durch die Flure zum Zimmer des Klinikdirektors ging, sah ich durch eine offen stehende Tür einen alten Schamanen, der in einem der Räume saß. Sofort sagte mir mein Gefühl, dass es eben dieser Schamane sei, den ich für die Zeremonie brauchte und den sich meine verstorbene Mutter gewünscht hätte. Doch leider folgen wir manchmal nicht unserem Gefühl, sondern unserem Kopf. So trug ich mein Anliegen zuerst dem Leiter der Klinik vor. Das erste Ritual, das sieben Tage nach dem Tod eines Menschen durchgeführt wird, war ein Fehlschlag – vieles gestaltete sich nicht so, wie es sollte. Das zweite Ritual jedoch, neunundvierzig Tage nach dem Tod meiner Mutter, verlief anders: Es war rührend, inspirierend und manchmal sogar erschreckend. Wir Hinterbliebenen hatten das Gefühl, dass meine Mutter selbst zu uns sprach und Auf Wiedersehen sagte. Dieses zweite Ritual hatte Großvater Saryglar durchgeführt. Im selben Jahr 1996 wurden vier tuvinische Schamanen unter der Führung von Professor Kenin-Lopsan nach Österreich und in die Schweiz eingeladen. Einer der ausgewählten Schamanen war Saryglar Borbak-Ool Duktug- Oolowitsch. Ich begleitete die Gruppe als Dolmetscherin. Während dieser Reise lernte ich Saryglar nicht nur als einen großen Schamanen, sondern auch als eine außerordentlich sensible und freundliche Persönlichkeit kennen, stets einnehmend und zu Späßen aufgelegt. Bei dem Seminar in der Schweiz, bei dem ich hauptsächlich für Saryglar übersetzte, bemerkte ich einen jungen Mann, der immer etwas abseits der anderen Teilnehmer von Saryglars Gruppe stand, aber die ganze Zeit an unserer Seite blieb. Schließlich fiel Adrian auch Saryglar auf. Ich erinnere mich, dass er zu mir sagte: „Bring mir diesen Jungen. Ich sehe ihn mit schamanischen Geschenken.“ Das war der Anfang einer faszinierenden Beziehung zwischen einem tuvinischen Schamanen aus Sibirien und einem jungen Schweizer. Saryglar erkannte Adrian als seinen Schüler und Sohn an. Von diesem ergreifenden Moment an nannten Adrian und ich Saryglar unseren Großvater und waren auf diese Weise miteinander und mit ihm verbunden. Mit der Zeit wurden wir zu vertrauten Freunden und einer Familie. Vieles unterschied diese beiden Männer, die so weit voneinander entfernt lebten: ihr Alter, die Kultur, aus der sie stammten, der soziale Status. Und doch hatten sie so viel gemeinsam. Sie trafen sich nur dreimal von Angesicht zu Angesicht. Verbunden waren und sind sie vor allem durch ihre Fähigkeit, das Schicksal und den Wunsch, anderen Menschen zu helfen. Obwohl sie sich nur drei Mal getroffen haben – in der Schweiz, in Deutschland und Tuva –, weiß ich sicher, dass sie sich sehr oft in ihren schamanischen Reisen und Träumen begegnet sind. Lange Jahre durfte ich als Bindeglied zwischen den Beiden dienen und gab mein Bestes als Übersetzerin. Adrian teilte mit Großvater und mir seine Zweifel, seine Erlebnisse, die Resultate der aufgetragenen Übungen und durchgeführten schamanischen Rituale. Großvater wiederum teilte mit Adrian und mir seine Erfahrungen und sein Wissen, seine Liebe und sein Mitgefühl für die Menschen. Für mich war das nicht immer einfach, denn oft wussten die Beiden die jeweiligen Antworten bereits, bevor ich diese per Telefon übermitteln konnte. In diesen langen Jahren entstand das Ritual „Die Weisse Eule“ und reifte in Adrian heran. Sicherlich wurde er dabei von verschiedenen Seiten beeinflusst, nicht zuletzt von Großvater. Aber im Tiefsten wurde dieses berührende und hilfreiche Ritual von den Geistern gegeben. Nach einer langen Zeit des Nachdenkens, der Zweifel, des Lernens und schließlich der Verbundenheit hat Adrian seine Aufgabe angenommen, dieses schamanische Ritual durchzuführen. Es freut mich, dass er die Geschichte der Entstehung des Rituals nun niedergeschrieben hat, und wünsche mir, dass es viele Menschen in ihrem Innern erreichen wird. Tuva, im Januar 2014 Rollanda Kongar (ehemalige Assistentin von Professor Mongush Kenin-Lopsan am Research Center for Shamanic Studies in Tuva) Auszug aus Die Weisse Eule Adrian Osswald Dieses Material ist urheberrechtlich geschützt. Das Buch ist beim Autor erhältlich
von Adrian Osswald 6. Januar 2026
Adrian ist ein Wanderer zwischen den Welten. Er hat mich als Seelenwesen vor ca. 20 Jahren erkannt und damit die Reise zu mir selbst initiiert. Wenn du glaubst, Adrian löst jedes Problem für dich, muss ich dir sagen, du liegst falsch. Ich denke, er weiss, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg gehen darf. Er steht dabei hinter dir oder erscheint dir im Traum und behält dich im Blick, so dass du in deinem Tempo dein spirituelles Wachstum mit seiner Unterstützung beginnen kannst. Er gibt dir Werkzeuge an die Hand, damit du eigenmächtig wirst. Es kann schon mal vorkommen, dass du tiefe Täler durchschreitest oder gegen Dämonen kämpfst, dir deine innere Landkarte erstellen sollst oder ohne Fallschirm fliegen darfst. Adrian fängt dich da auf, wo es für dich nötig ist. Denn, wenn er ja zu dir sagt, dann kannst du seinem Wort vertrauen. Du wirst in ihm das sehen, was der Spiegel dir zeigt. Ob Eule, Schamane, Mensch, Farbe oder Drache. Er kann sich dir in vielen Gewändern zeigen, denn er ist wandelbar. Für mich ist Adrian der wichtigste Lehrer auf meinem Weg, denn als ich so sein wollte wie er, warf er mich auf mich selbst zurück und half mir dadurch, mich selbst zu finden. Was ich durch ihn erlebt habe, sei es Telepathie, Arbeit mit den Elementen oder Ortskräften, Rituale und das Erschaffen von Elementarwesen, ist mit dem Verstand nicht zu begreifen. Damals begegneten wir uns in der nichtalltäglichen Wirklichkeit. Dort ist das alles eben Alltag. Danke dafür.